user109 Es geht um Layer 1 des OSI-Modells. Durch den direkten Zugang zur Faser zum Endkunden resp. zur Nutzungseinheit hat Init7 die volle Flexibilität. Sie könnte auch Quanten durch die Faser “beamen” 😂 oder halt ⅒/25/50/100/400 Gbit/s oder Terabit-Internet anbieten, die Physik der Glasfaser ist quasi das Limit und nicht die Layer-2-Technologie der jeweiligen PON-Technologie. Mit PON resp. GPON oder XGS-PON bist du an die Limitierung der Technologie gebunden. Bei der ganzen Dikussion und Auseinandersetzung mit der WEKO geht es zudem nicht um PON vs. AON, sondern die Topologie (P2MP vs. P2P) des Glasfasernetzwerks zwischen Zentrale und Endkunden, quasi um die Dikussion wo sich die Splitter befinden. Ursprünglich waren diese nämlich nicht nur in der Zentrale, sondern zwischen Feeder und Drop oder sogar im BEP. Somit keine Chance für einen Mitbewerber eine ALO resp. einen Layer-1-Zugang ab Zentrale zu mieten. Man war auf Gedeih und Verderben auf dem PON-Tree der Swisscom angewiesen oder konnte sich für sehr viel Geld als Kooperationspartner (z.B Salt) einen eigenen PON-Tree zwischen Zentrale und Nutzungseinheit kaufen. Als eher kleine Nummer hättest du keine Chance auf Layer 1 gehabt und hättest deine Dienste nur per BBCS von Swisscom und damit über die Technik (Layer ⅔) von Swisscom einkaufen müssen. Das schöne an P2MP resp. PON ist die Möglichkeit im Feeder Fasern zu sparen resp. bestehende Fasern wesentlich besser auszulasten. Swisscom müsste weniger Fasern nachziehen und wäre sicher schneller im Ausbau. Das steht jetzt aber gar nicht mehr zur Debatte, denn eine Diskussion über hätte wäre könnte bringt uns nicht weiter. Es wird jetzt quasi wieder der Zustand des alten Telefonnetzes wiederhergestellt: Eine oder gar zwei Direktverbindungen (P2P) zwischen Nutzungseinheit und Zentrale. In dieser Zentrale kann von jedem Anbieter flexibel PON oder AON verwendet werden. Es wird keine Technologie diktiert.
Hier noch der Aufbau bei Init7:
Die unteren 4 Switches der Access-Ebene sind Cisco Catalyst mit 48 SFP28-Ports, wo flexibel 1, 10 oder 25 Bidi-Gigabit-Ethernet-Module verbaut werden können. Die oberen zwei Switches der Aggregation-Ebene sind ebenfalls von Cisco und verfügen über 32 QSFP28 Ports für 100-Gigabit-Ethernet. Jeder Switch ist mit jeweils 1× 100 Gigabit/s an jeweils einen Aggregation-Switch angeschlossen. Somit in diesem Beispiel, wenn wir von einer Vollbelegung mit 50% 25 Gigabit/s und 50% 10 Gigabit/s ausgehen (völlig unrealistisch, die meisten Kunden sind vermutlich noch auf 1 Gbit/s):
- 0.5 * 48 * 25 Gbit/s = 600 Gibt/s
- 0.5 * 48 * 10 Gbit/s = 240 Gbit/s
- Total: 840 Gbit/s
- Uplink: 200 Gbit/s
- Ratio am Aggregation Switch: 1: 4.2
Jetzt kommt aber noch die Anbindung der beiden Aggregation-Switches mit je 1 × 100 Gbit/s ins Kernnetz von Init7 zum tragen:
- 4 Access-Switches mit je 2 × 100 Gbit/s (Multimode AOC) an den Aggregation Switches: 800 Gbit/s
- Uplink pro Aggregation Switch: 100 Gbit/s
- Ratio: 1:4
Total Ratio: 1: 16.8
Weiterer Vorteil am Setup: off-the-shelf Hardware und kein proprietäres Telko-Equipment.
(Wo diese 4 DAC noch hingehen, weiss ich nicht. Fotos stammen von https://ipng.ch/s/articles/2021/08/28/fiber7-x.html )
