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Wann kommt XGS-PON schweizweit?

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Analog dem Thread welchen @dualitymind im November 2015 gestartet hat, habe ich für den nächsten technologischen Zwischenschritt auf dem Weg zu FTTH P2P einen Beitrag eröffnet.

 

Allzu viel ist m.E. über die Technologie im Bezug zur Swisscom noch nicht bekannt.

  • Gemäss Post von @GuidoT vom 28. Februar 2019 befindet sich Swisscom im Testbetrieb mit XGS-PON, fokusiert aber klar auf das Versprechen 100%-90%-80Mbps im Jahr 2021.
  • Im Beitrag zur Internet Box 3 wir die Funktion von XGS-PON von @GuidoT explizit erwähnt. Mit dem Hashtag #endof2019 ist offensichtlich das Erscheinungsdatum der IB3 gemeint.

Ich versuche zu verstehen, aus welchen Gründen die Swisscom eine IB3 mit XGS Support releasen möchte und im gleichen Atemzug von XGS-PON Testbetrieb ["Frag mich in 12 bis 24 Monaten nochmal. (Post)" dato Feb. 2019] redet.

Für ich ergibt es keinen Sinn, ausser der Produktezyklus der IB2 ist abgeschlossen und es muss eine IB3 her. Oder es wird ab 2020 XGS-PON gebaut.

Wie werden eigentlich momentan FTTH Projekte gebaut? Noch klassisch P2P oder bereits in XGS-PON mit spezieller Hardware auf der Kundenseite?

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19 Kommentare
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2 von 20

Hallo

 

Ich mache mal den Anfang (Keine Garantie auf Richtigkeit):

 

Stand heute:

FTTS, FTTB -> G.fast

 

Stand 202x:

FTTB -> NG.fast bis zur Box (Edit: Daraus wird nichts, zum Glück)

FTTB ->  XGS-PON (Glas mit Splitter) bis zur Box

 

Stand 20xx:

FTTH -> Glas direkt bis zur Box

 

Bitte korrigiert mich falls meine Gedanken nicht stimmen.

 

Gruss

Alitai

Editiert
Super User
3 von 20

Prognosen sind natürlich äusserst schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.

(je nach Quelle: Zitat von Mark Twain, Winston Churchill oder Kurt Tucholsky)

 

Was sich in Zwischenzeit mit zusätzlichen individuellen Interpretationen aktuell aber vielleicht bereits aus dem allgemein öffentlich verfügbaren Kaffeesatz als Trends herauslesen lässt:

  • g.Fast wird vermutlich verstärkt nur noch als Übergangstechnologie eingestuft werden, denn das aktuelle mit bis 106 MHz eingesetzte g.Fast ist in der Praxis schon jetzt sehr fragil in der Störungsanfälligkeit durch einzelne Hausanschlüsse, welche dann im worst case den kompletten mCAN und damit alle Anschlüsse einer ganzen Wohnsiedlung negativ beeinflussen können.
    Bereits das jetzt in der ersten Ausbaustufe eingesetzte Kupfer-Tuning bis 500 MBit/sec Download bringt viele lokale Installationen an den Rand der physikalischen Leistungsfähigkeit der alten Kupferkabel.
    Eine weitere Erhöhung des Leistungsdrucks auf die alten Kupferkabel auf 212 oder sogar auf über 500 MHz würde viele alte lokale Installationen nur noch in ein akutes Übersprech-Verhaltens-Chaos der weitgehend parallel und ungeschirmt geführten und total überforderten Klingeldrähtchen in den Steigrohren führen.
    An vielen Standorten wären die gegenseitigen Störungen der einzelnen Anschlüsse einfach zu stark und die unmittelbare Folge davon wären anschliessende erneute zwangsweise Stabilisierungsmassnahmen zur Bekämpfung der Störungen auf wieder tieferem Geschwindigkeitsniveau

  • FTTH, am besten noch verbunden mit einem Mehranbietermodell ist zwar für uns Benutzer der Infrastruktur sicher die beste, aber leider auch die teuerste Lösung und ohne öffentliche Zuschüsse oder Subventionen wird das vermutlich kein privater oder auch halbstaatlicher ISP mehr freiwillig bauen.
    Damit ist FTTH aktuell hauptsächlich eine politische Frage, nämlich ob wir uns das als Schweizer Volkswirtschaft im Sinne einer möglichst optimalen Basisinfrastruktur leisten sollen und auch wollen.
    Im Moment sieht es für Peer-to-Peer FTTH politisch aber eher schlecht aus, denn die Subventionen für die teilweise vorhandene Überproduktion in der Landwirtschaft sind für das Parlament aktuell immer noch wichtiger als eine mögliche staatliche Unterstützung für den Ausbau eines langfristig stabilen und auch zukunftssicheren Breitbandnetzes.
    Die grossen Städte haben zudem ihre FTTH-Netze (nicht zuletzt auch unter dem Label der wirtschaftlichen Standortförderung) bereits gebaut und der Rest der Schweiz ist jetzt eigentlich nur noch auf sich gestellt und vermutlich als Bittsteller abhängig von einem bewussten Investitionsentscheid ins allgemeine Volksvermögen

  • XGS-PON hingegen hat aber als Prognose eine gute Chance das zukünftige für die Hauseigentümer von bereits bestehenden Erschliessungen vermutlich optionale zusätzliche Fiber-Standardangebot der Swisscom zu werden

 

Meine Einschätzung der Gründe für die momentan vermutete Pool-Position von XGS-PON innerhalb der weiteren Netzausbaustrategie der Swisscom:

 

  • diese Technologie hat bezüglich optischer symmetrischer Übertragungsleistung noch viel Potenzial, gilt als technisch wenig störungsanfällig (ähnlich wie FTTH) und ist im Vergleich mit g.Fast auch sehr energiesparend (passiv optisches Splitting anstelle von aktiver Signalwandlung mittels Prozessoren

  • die dazu benötigten optischen Splitter lassen sich an den selben Standorten wie die aktuell verbauten mCANs installieren und werden auch einen Parallelbetrieb mit den g.Fast Anschlüssen erlauben

  • das Angebot von XGS-PON an die Endkunden kann im Gegensatz zu FTTH optional erfolgen und die Kosten der hausinternen Fiberverkabelung lassen sich ev. „verursachergerecht“ auf die Hauseigentümer ausbelasten. Wer nicht zahlen will, bleibt dann vielleicht einfach auf dem alten Kupferkabel mit g.Fast als letzter Ausbaustufe vor dem Wechsel zum Fiber-Anschluss "hängen"

  • die notwenigen Ausbauarbeiten zur Schaffung der Voraussetzungen für den dezentralen Einsatz von XGS-PON Technologien (z.B. in den einzelnen Ortszentralen) sind aktuell bereits in Planung oder sogar bereits im Gange

 

Ab wann man dann mal vielleicht sogar damit beginnt bei weiteren Netzausbauten ganz auf die Zwischenstufe g.Fast zu verzichten, wage ich mich nicht einzuschätzen, denn wenn die technischen Voraussetzungen für Netzweites XGS-PON mal vorhanden sind, hat die Swisscom selbst eigentlich gar kein Interesse mehr daran weitere neue g.Fast mCAN zu verbauen. Zumindest bei neuen Erschliessungen wird dann das Kupferkabel sicher gar keine Frage mehr sein.

 

Bei bereits bestehenden Bauten ist aber eine der Voraussetzungen für den definitiven Ersatz der letzten Meter Kupferkabel sicher immer noch zusätzlich eine einvernehmliche Kostenregelung für die Bezahlung der dann dafür neu notwendigen lokalen Inhouse-Fiberinstallation.

Ein mögliches Finanzierungsmodell dafür muss vermutlich erst noch definiert werden.

Selbstdeklaration: Emanzipierter Kunde und Hobby-Nerd ohne wirtschaftliche Abhängigkeiten zur Swisscom
Editiert
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4 von 20

In einem Beitrag von @visual wurde der aktuelle Stand von NG.Fast in Bezug zur Swisscom angefragt. Das Thema wurde durch @GuidoT  relativiert. Gibt es dazu und zu  XGS.PON unterdessen Neugikeiten seitens Swisscom?

Swisscom
5 von 20

ng.fast = kein Thema

Head of Access & Communication Services @ Product & Marketing Department, Swisscom (Schweiz) AG
Super User hed
Super User
6 von 20

@GuidoT  schrieb:

ng.fast = kein Thema


@GuidoT 

Und wie sieht konkret die technische RoadMap langfristig aus für die Kunden, die nicht vom FTTH-Ausbau profitiereen konnten ?

Swisscom
7 von 20

Die profitieren erstmal schon heute oder bald vom FTTS/B - Ausbau. 

 

Und alles andere diskutiere ich erstmal lieber mit unserer Konzernleitung und dem Verwaltungsrat. Und dann schauen wir weiter. 

 

 

Head of Access & Communication Services @ Product & Marketing Department, Swisscom (Schweiz) AG
Anonym
8 von 20

Editiert
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9 von 20

Es könnte was im Bereich von XGS.PON ab 01.12.2019 gehen.

Direklink:

BBCS Handbuch Technik

Quelle @Tux0ne :

twitter.com/Tux0ne/status/1170220731533320192

Contributor
10 von 20

Bei der Google Suche mit den Stichworten "XGS-PON Swisscom" bin ich auf einen Newsletter der Firma Cablex gestossen. Darin wird beschrieben, dass die Einführung von XGS-PON im Jahr 2020 in allen Gemeinden geplant ist. Leider sind die im Text erwähnten Detailinformationen über diese neue Technologie nicht vorhanden.

Hat jemand diesen Newsletter erhalten und kann diese Dokumente posten?

 

Spoiler

Oftringen, 19. Juli 2019
Newsletter.
Business Unit Fiber to the Street.

Guten Tag %%first Name%%

Die erste Hälfte des Jahres 2019 ist bereits Geschichte und im Allgemeinen können wir auf ein erfreuliches erstes Halbjahr zurückblicken. Die Resultate auf Produktionsebene sowie die finanziellen Ergebnisse (Umsatz leicht über Budget sowie DB2/DB3 sind leicht über Budget), zeigen eine gute und vielversprechende Entwicklung. Wir sind zuversichtlich, dass dieser positive Trend auch in den nächsten Monaten vorangetrieben werden kann.

Die Produktion für das erste Halbjahr 2019 entspricht dem mit RLA abgestimmten Forecast (per Ende Juni UMSA-IST: 4100; in Service: 4750). In der zweiten Hälfte des Jahres rechnen wir mit einer leichten Steigerung der Produktion, damit wir unser Jahresproduktionsziel von 8600 UMSA erreichen können.

Wie im ersten Newsletter 2019 erwähnt, liegt der Fokus von Swisscom weiterhin auf dem Thema Qualität. Wir müssen in jedem Bereich sowie in allen Prozessschritten sicherstellen, dass wir die nötigen Qualitätskontrollen durchführen und wahrnehmen. Swisscom wird auch in Zukunft grossen Wert auf ein positives Kundenerlebnis legen. Das heisst für uns als TU-Partner, dass die Zahl der Unterbrüche bei Kundinnen und Kunden, die auf eine schlechte Qualität der Arbeiten zurückzuführen sind, deutlich verringert werden muss. Positiv ist, dass wir bereits letztes Jahr eine deutlich und sichtbare Reduktion der Fehler mit Impact für Kundinnen und Kunden erzielt haben – diese Tendenz muss sich weiter fortsetzen. Für uns bedeutet das, dass wir weiterhin den Fokus auf eine gute Qualität der Arbeit legen müssen.

In den letzten beiden Monaten lag die Erfolgsquote der physischen Abnahmen bei 90 Prozent. Das ist ein sehr gutes Resultat, das auch den Zielen der Business Unit entspricht. Betrachtet man die Erfolgsquote des ersten und zweiten Quartals kumuliert bis Ende Juni, so liegt diese nur bei circa 60 Prozent, was den Erwartungen der Business Unit nicht ganz entspricht.

Ein Thema, das uns im Moment stark beschäftigt und fordert, ist die neue Technologie XGS-PON. Die Einführung dieser neuen Technologie ist für alle Gemeinden 2020 geplant. Um die beabsichtigten Vorleistungen 2020 rechtzeitig zu starten (geplant für Q3 2019), sind wir zusammen mit Swisscom derzeit in verschiedenen Arbeitsgruppen tätig, sodass eine Fortführung der Produktion sichergestellt ist. Aktuell bereinigen wir die Themen im Bereich Engineering (inklusive Akquisition), damit wir in der Lage sind, die ersten Lose an die Kolleginnen und Kollegen von der Realisierung per Ende Juli zu übergeben. Detailinformationen über diese neue Technologie findet ihr in diesem Newsletter.
Ein Themenbereich, in dem wir uns in den nächsten Monaten deutlich verbessern müssen, ist der Prozess "logische Kontrolle", der bis heute weder qualitativ noch quantitativ befriedigend funktioniert. Wir halten die vertraglichen Fristen selten ein, die Dokumentation ist oft mangelhaft, und es sind mehrmalige Prüfungen nötig (teilweise bis zu vier). Diesbezüglich werden wir in den nächsten Wochen Qualitätskontrollen sowie Sondermassnahmen einführen, um das Thema anzugehen. Wir bitten euch um eure aktive Unterstützung, damit die Situation ab sofort verbessert werden kann!

Nun wünsche ich dir tolle Sommerferien und freue mich auf eine zweite spannende und positive Hälfte des Jahres!

Nun wünsche ich dir viel Spass mit dem Newsletter!

Liebe Grüsse
Christian Rossi

 

 

 

 

Editiert
Super User
11 von 20

@mabu1 

 

Sicher tut sich da was, aber wie weit und steinig der Weg noch ist... keine Ahnung.

 

Zuerst müssen mal die Ortszentralen für XPON-Techniken nachgerüstet werden, dann wird vermutlich bei weiteren neuen FTTB-Erschliessungen anstelle von g.Fast zuerst einmal direkt XGS.PON verwendet und irgendwann später, wenn man sich auch mit den Eigentümern der Liegenschaften über irgendwelche Kostenteilungen bezüglich der zusätzlichen Haus-internen Glasfasern geeinigt hat, werden dann vielleicht auch noch bestehende FTTS/FTTB-Installationen parallel zu g.Fast dann auch noch mit zusätzlichen passiven optischen Splittern ausgerüstet.

 

Da ich kein Insider bin, sehe ich nur die klaren Tendenzen, kenne aber keinerlei Terminplanungen.

Selbstdeklaration: Emanzipierter Kunde und Hobby-Nerd ohne wirtschaftliche Abhängigkeiten zur Swisscom
Novice
12 von 20

Das kann natürlich gut sein, dass die neuen FTTB Erschliessungen bereits ab 2020 mit optischen Splittern ausgerüstet werden. Persönlich denke ich jedoch, dass die Swisscom bestimmt schon im Jahre 2019/2018 dafür gesorgt hat, dass die Zentralen so gut wie möglich auf XGS-PON vorbereitet worden sind. Eigentlich eine gute Sache, persönlich würde ich mich auf einen XGS-PON Ausbau freuen, obwohl TWDM-PON bzw. NG-PON2 natürlich noch besser gewesen wäre. Bei TWDM-PON sind immerhin die Farben P2P (Sofern ich das richtig verstanden habe...).

Contributor
13 von 20

To whom it may concern:

 

Ich habe noch eine Präsentation von Martin Zeller (Senior Account Manager, Huawei Technologies Switzerland AG) gefunden. Der Titel lautet "XGS-PON, der neue Standard für die Schweiz" und der Vortrag wurde im Rahmen des FTTH Forum Baden am 7. Mai 2019 gehalten.

Interessant finde ich auf Seite 8 die angegeben Kunden in der Schweiz. Darunter sind Salt, Swisscom & Sunrise aufgelistet. Spezifisch für Swisscom ist dabei von einem "Wholesale Pilot 2019" die Rede, was dem BBCS gleichkommen würde. Nun stelle ich mir die Frage, aus welchen Gründen diese Pilots nicht direkt mit den Kunden durchgeführt werden?

 

SWuSR.pngp.8 SW Wholesale Pilot 2019

Expert
14 von 20
Novice
15 von 20

Also, klares Statement der SC:
Entgegen der Aussage von Cablex, dass sämtliche FTTB Standorte in 2020 auf XGS-PON umgerüstet werden, werden anfangs nur FTTB Neuerschliessungen gegebenenfalls mit FTTH P2MP erschlossen, ausgediente mCANs allenfalls im Rahmen des Lifecyclemanagements irgendwann. Etwas ernüchternd...

https://twitter.com/GuidoTranel/status/1194997734639644672

XGS-PON.JPG

Contributor
16 von 20

Phantastisch, Schnellzug Swisscom: Verzögern, so lange es nur geht: Im Falle von Grindelwald wird noch zwischen Dezember 20 und März 21 FTTS gebaut, damit ich "Juhe" (so das Swisscom Email) ich dann von .0475/.110 profitieren darf.

 

Und dort, wo dankt dem früheren CEO noch bis ca 2012 FTTH (mit vier Faden, Aufteilung 1xSwisscom, 1xStromwerk, 2xPrivat) ausgebaut wurde und deshalb auch Konkurrenzdruck besteht:  ab März 20 bis zu 10Gbit. Wohlverstanden, zum gleichen Preis, für das tume Bergbäuerlein ein 1/20 Leistung erhält... 

 

Das Parlament muss endlich Klartext sprechen: Entweder will es Dividendeneinkommen und nimmt damit Zugangsverzehrungen in Kauf. Oder aber es wird ein klar definierte Versorgungsauftrag mandatiert, der dann allerdings zu Kosten der Rendite geht. Die Swisscom aber in diesem Half-way house zu belasen, in dem es Rendite liefern muss und gleichzeitig "Propaganda" fahren muss (Swissness, für das Berggebiet und weiterer BS), das führt nur zur mittel-bis langfristen Unterminierung der Marke und zu einem Unternehmen, dessen Preise Preis/Leistung (inkl. Service) - Leadership suggerieren, aber die Adaption an die wandelnden Technologien nur noch trippelschritt-weise erfolgen. Im Umkehrschluss heisst das auch, das am Ende dieser (Sack-)-Gasse der frontale Aufprall in die Wand folgt: Das Parlament - insbesondere die links-grüne Seite und die Vertreter der Randgebiete - mandatieren eine Versorgung, die die bis dann endgültig lendenlahme Swisscom gar nicht mehr im gesetzlich vorgeschriebenen Zeitrahmen erfüllen kann.

Editiert
Expert
17 von 20

Also du hast doch Klartext: Grundversorgung ab 2020: 10mbit. Sowiel hast du zu gute. Sämtliche Regulierung von Glasfaseranschlüssen wurden bei der FMG Revision auf Pochen der Swisscom wieder rausgestrichen (sämtliche anderen Telko Formen waren dafür - selbst die Kabler). Und, der Bundesrate erwartet eine stabile Dividende und mischt sich nicht ins Geschäft ein. 

 

Was du nicht vergessen darfst: viele FTTH Projekte kamen zustande weil die Bevölkerung bereit war Geld in die Finger zu nehmen um ein eigenes FTTH Netz zu bauen. Das war nicht eine soziale Ader von Schloter, es ging ums Business. Wenn du als Marktführerin maximal 50mbit bietest während es beim städtischen EW Gigabit gibt, machst du keine gute Falle. Und das EW ist ja auch ein rein Schweizer Unternehmen und gehört vielerorts zu 100% der Stadt (im Gegensatz dazu kann jedermann Swisscom Aktien kaufen).

 

Dort wo die Kabler Gigabit bieten (und wenn sie weitermachen gibts irgendwann noch mehr) wird Swisscom auch mitziehen müssen (=> Ausbau von FTTS zu P2MP FTTH), und dort wo es keinen Wettbewerb gibt, bist du halt der Laune der Swisscom ausgeliefert. Das mag unfair sein, aber das Parlament will gar nicht mehr Wettbewerb - die Dividende ist eine schöne, regelmässig sprudelnde Geldquelle, ohne die man plötzlich sparen oder Steuern erhöhen müsste, und das fürchten die Politiker wie der Teufel das Weihwasser. Also hast du als fiber Unterversorgter nur 2 Möglichkeiten: 1: ins Fiber Gebiet umziehen. 2: in der Gemeinde ein eigenes FTTH Ausbauprojekt starten (und plötzlich werdet ihr für die Swisscom interessanter 😏 )

 

Auch das neue Parlament wird Swisscom kaum dreinreden: die erstarkte Linke findet es toll ein "Bundesunternehmen" zu haben dass so stark ist. Wettbewerb würde bedeuten weniger Staat und das ist des Teufels. 

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18 von 20

Guten Tag Doom2

 

Ich kann Ihrer Argumentation in grossen Linien nur zustimmen und erwarte auch nicht, dass Unternehmen von Heiligen geführt, Politiker in allen Materien bewandert sind ich "subito, subito" von beiden geliefert bekomme, was ich mir wünsche. Super-High-Speed Internet gehört nicht dazu, denn zur Wahrnehmung meiner ganz persönlichen politischen oder ökonomischen Tätigkeiten nicht oder nicht unbedingt zwingend.

 

Was ich jedoch erwarten bzw. erhofen darf, ist argumentativer Umgang, nicht Agi-Prop. Dazu gehört bsp, dass die Swisscom nicht versucht, mir laufend direkt oder unterschwellig aufschwatzen zu wollen, man habe ihr für Ihr Verhalten gefälligst dankbar zu sein - unter den gegebenen Umständen rational erscheinend, aber weit von pareto entfernt. Also nicht, was wollt ihr eigentlich, wir investieren doch Milliarden in die Infrastruktur, ihr habt uns dafür dankbar zu sein. Muss ich nicht, weil das Unternehmen nur genau das tut, was es tun muss unter den gegebenen Umständen, politischer Auftrag, Shareholder etc etc.

 

Und auch nicht laufend solche Marketing-Schlaumeierein wie "bis zu 10Gbit" speed an einer PK, bei der die gleichzeitig vorgestellte Box "nur" über 2.5Gbit-Anschlüsse verfügt. Dies wiederum ein rationaler Entscheid, kostet doch eine solche 10Gbit-Schnittstelle das Mehrfache und das Ausrollen einer solchen in "alle" Haushalte wäre schlicht weder ökonomisch angebracht noch umweltpolitisch (Stromverbrauch) optimal.

 

Redlich - und im Sinne einer langfristigen Marken-Werterhaltung imho angebracht - wäre gewesen, entsprechend zu kommunizieren: Jenen Kunden, an die eine solche Leistung (bzw. ca. 8 netto) überhaupt technisch in den kommendem Monaten und Jahren ausgeliefert werden kann, und die eine solche Leitung auch wünschen, ob dies nun ökonomisch begründet ist oder einfach nur FOMO, diese Künden müssen zu einem späteren Zeitpunkt entweder eigene Modems einsetzen bzw. auf spezielle Swisscom-Hardware (IBX mit 10Gbit-Schnittstelle) warten bzw. diese zusätzlich erwerben.

 

Illusorisch? Ja. Teuer, so zu kommunizieren? Ja, dauert länger. Braucht mehrere Anläufe, damit die Message auch richtig ankommt etc etc etc. Aber vielleicht eben doch mittel-bis langfristig das richtige.

 

PS Auch wenn darunter der diesjährige Management-Bonus minimal geschmälert wird. Man könnte ja bsp. die Marge aufrechterhalten, wenn man Agi-Prop Ausgaben einschränkt, Public Affairs zum Warmhalten der PolitikerInnen reduziert und die Investor Relations Aufwände dafür zielgerichteter einsetzt. Das wäre dann schon wieder etwas mehr pareto.

 

Und ja: Ich erlaube mir, noch träumen zu dürfen....auch wenn manchmal das Aufwachen dann etwas schwerer fällt und ich leider auch dann noch immer etwas zum verbalen Austritt neige. Man/frau verzeihe mir... nicht!!

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Expert
19 von 20

@Smallpot : Ich bin beleibe kein Swisscom Freund (siehe digi-tv community..), aber die Agi-Prop hat eben ihre Auswirkung. Bei vielen Leuten ist immer noch im Kopf dass Swisscom das schweizerischste, das kundenfreundlichste, das sympathischste Telko Unternehmen sei. Vielerorts schaut man sich kaum mal das Preisschild an, und man kann getrost weite Landstriche als "Swisscom Land" bezeichnen. Irgendwas macht Swisscom schon richtig. Ob das nun die Propagande ist - ich weiss es nicht. Aber Fakt ist, andere Anbieter tun sich verdammt schwer, auch wenn sie durchaus auch ein gutes Netz haben, einen guten Service bieten und erst noch günstiger (und zum Teil massiv günstiger) sind. Viele wissen auch gar nicht dass ihr so gehyptes "Glasfasernetz" ein gepimptes Kupferkabel ist - wer Technik nicht versteht, kann da schon mal drauf reinfallen. Dabei macht die Swisscom gerade mal das Minimum um konkurrenzfähig zu bleiben (die Kabler bieten oft flächendeckend das Gigabit an, das muss Swisscom noch 2 Jahre bauen um überhaupt mal überall  knapp100mbit zu bieten - und die letzten 10-20% bleiben ja unterversorgt und können nur auf 5G hoffen, wobei da Swisscom momentan auch nicht 5G wide und damit das schnelle 5G aufbaut).

 

Klar ist 10Gbit v.a. Marketing, aber Salt pusht halt aggressiv ihre 10GBit (und erst noch zu einem Kampfpreis) - als Marktführerin muss Swisscom irgendwann mal reagieren. Denk zurück an den Start der FTTH Ausbauten. Die Städte sind vorgeprescht, um konkurrenzfähig zu bleiben hat Swisscom sich dann auf Kooperationen eingelassen. Mit dem Resultat dass sich die Marktanteile nicht massgeblich verändert haben. Also auch hier: eigentlich alles richtig gemacht (aus Sicht Swisscom, als Sicht Aktionär, aus Sicht Mehrheitsbesitzer). 10GBit WAN Interface mit 2.5GBit LAN, das ist tatsächlich etwas gar komisch, aber die Erklärung hier im Forum ist durchaus plausibel: bezahlbare 10GBit Hardware ist leider immer noch rar, und Chipsets die auch DSL abdecken (das nicht auf Fiber Speed ausgelegt sein muss) und irgendwie kann ich schon nachvollziehen dass Swisscom 1 Router Modell will, statt 2 (Kostengründe). Und ich wette in nicht allzuferner Zukunft kannst du dann die Internet Box 3 Plus mit 10GBit LAN Port kaufen. Meinst du die meisten Kunden merken den Unterschied zur 10GBit fähigen Salt Fiber Box? Schau mal wieviele den Speed via WLAN messen und motzen.

 

Die neue Hardware gibts ja nicht gratis (ausgenommen Neukunden) - Bestandeskunden bezahlen etwas (ob das kostendeckend ist sei mal dahingestellt). Aber du kriegst ein vermutlich zukunftssicheres (die nächste Ausbaustufe von FTTS ist auch XGS-PON) Gerät mit dem neusten WiFi Standard. Kriegst du bei UPC nicht, kriegst du bei Quickline nicht, kriegst du bei Sunrise nicht - soweit mir bekannt ist die IB3 der erste WiFi 6 "Zwangs"router. Tönt doch gut - wenn du in der Swisscom Welt zuhause bist erst recht. Und bestätigt dich beim richtigen Provider zu sein 😉 (werden einige denken...)

 

Auf mittel/lanfristige Überlegungen darfst du leider nicht hoffen. Als börsenkotiertes Unternehmen denkt Swisscom in Quartalen. Der Schwenk der langfristigen FTTH Strategie auf kurzfristiges FTTS zeigt das sehr gut. Bei FTTS reisst du die Strasse 2 Mal auf, einmal von Zentrale bis zum Manhole, und dann noch die letzten 100-400m ins Haus, die mCANs sind auch nicht gratis, aber es erlaubt halt rascher mit den Kablern mitzuziehen und kurzfristig ist es günstiger die längst amortisierten Kupferkabel noch etwas weiterzubetreiben 😉

 

ich weiss, ich komme etwas zynisch daher, aber es ist nun mal so. Swisscom ist nicht als Unternehmen der Schweiz verpflichtet sondern ihren Besitzern. Sie verkaufen sich gerne anders, aber das ist reines Marketing. Und Marketing das nach wie vor bei vielen sehr gut ankommt. Irgendwoher kommt der Marktanteil ja - in allen anderen Ländern ist der Markt viel ausgeglichener verteilt.

Expert
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Über die Wettbewerbsverhältnisse im Telekommunikationsmarkt der Schweiz könnte man vermutlich wirtschaftstheoretische Bücher verfassen. Swisscom kann sich trotz sehr hoher Preise und vergleichbar wenigen Neukundenpromotionen offenbar gegen Wettbewerber mit wesentlich tieferen Nettopreisen durchsetzen. Es ist wie auf dem Bau: Die Bruttoofferte resp. Bruttopreise (resp. "offizieller Preis") sind im Verdrängungswettbewerb nicht viel Wert, da man das Gleiche Produkt je nach Händler oder Installateur (e.g "Promotion") zu 50% oder weniger vom gleichen Lieferanten Einkaufen kann (Beispiel Zehnder Lüftung & Heizung, SevenAir usw..... Heimatschutz par excellence...) . Swisscom kann jedoch nachwievor sehr hohe Bruttopreise anbieten und die Kunden nehmen auch noch zu. Jetzt stellt sich die Frage, warum sich der Incument dieser Rabatt- und Promotionsschlacht wiedersetzen kann und sich von der gestiegenen Preissensitivität der Konsumenten besser entkoppeln kann. Hierzu kann man eine ganze Liste an Faktoren anmerken:

  • sehr gutes TV-Produkt wo auch richtig viel Geld in die Weiterentwicklung investiert wird (Swisscom Box: 100 Personen, 1 Jahr Entwicklung, geschätzte Kosten > 10 Millionen ?)
  • geschlossenes Ökosystem mit Lock-In-Effekt:
    • Internet Box 3 als Smarthome Steuerzentrale
    • WLAN Box zu attraktivem Preis
    • Swisscom (TV) Box mit Sprachassistent.
    • Internet-Booster (bei über 20'000 Kunden im Einsatz)
  • Double Ended Milking: Der Kunde bezahlt hohe Abo-Gebühren und Swisscom sammelt und vermarktet im Opt-Out-Verfahren fleissig Kundendaten auf dem ganzen Geräte-Park des geschlossenen Ökosystems.  Mich würde mal interessieren, welche Daten Swisscom alle sammelt, (vermutlich) auch fleissig auf all den Internet- und WLAN-Büchsen direkt im Heimnetzwerk ihrer eigenen Kunden. Hier fehlt mir Transparenz. Jetzt mit der Smarthome-Integration werden die Tore zum Big-Data-Paradies erst geöffnet. Ich hoffe die DSGVO wird auch in der Schweiz endlich vollzogen und Swisscom zur Vernunft gebracht. Für ein Incumbent und staatsnahes Unternehmen ziemlich frech. 
  • zwar gestiegene Preissensitivität der Kunden, etwas bessere Angebote der Swisscom, aber immer genau an der Obergrenze des noch machbaren.
  • Wechselfaulheit des Schweizers: Beginnt bei der Krankenkasse und endet beim Telekom-Anbieter.
  • Bundle Angebote InOne mit kleinem Zücherchen für Kombination von Mobil- und Festnetz.
  • Rabattschlacht bei KMU- und Enterprise-Kunden. Es ist ziemlich lachhaft, was KMU's fürs gleiche Mobilabo bezahlen im Verhältnis zu den normalen Privatkunden Abis. Hier herrscht richtig Wettbewerb und es geht um viel Umsatz.
  • Mythos von "Schweizer Qualität" und Schweizerischem Unternehmen wird auch mit Image-Filmchen gerne am Leben erhalten. Die heufigen Totalausfälle der letzten Jahre, insbesondere in der Festnetztelefonie und Festnetz-Internet, zeugen von etwas anderem. Swisscom ist nicht mal in der Lage Notruf Dienste aufrecht zu erhalten.  (https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/notruf-117-ist-in-der-stadt-zuerich-nicht-erreichbar-scho...).

Was Swisscom hingegen gut macht:

  • pragmatische Investition in G.fast/FTTS und XGS-PON als Gesamtstrategie: Für einen "privaten" Anbieter, welcher alle Investitionen selber stemmen muss, ist ein flächendeckender FTTH-Ausbau einfach nicht zu realisieren. Um möglichst schnell in die Fläche zu kommen, wählte Swisscom mit G.fast die richtige Technologie. Die zukünftigen Netze sind hybrid, bestehend aus FTTH, FTTS, FTTB und fixed wireless. Überallhin eine Glasfaser zu verbuddeln macht keinen SInn resp. müsste staatlich subventioniert werden.
  • Simple und einfache Lösungen: Wenn ich die IB3 und die WLAN Boxen mit anderen Routern vergleiche ist der Funktionsumfang der IB's im Vergleich ziemlich mikrig. Die Geräte sind aber einfach zu konfigurieren und harmonieren zusammen. Sie sind für 75% der Nutzer gebaut und nicht 25 % der Prosumer.
  • Sehr gutes TV Produkt.
Editiert
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