Ein kleine Geschichte, wie sie nächsten Sonntag wieder einmal bei mir zu Hause ablaufen könnte:
Es sind Bekannte bei mir zu Besuch und wie schon öfters klagt mir jemand sein digitales Leid:
Seit er seinen Internet-Anschluss bei der Swisscom gekündigt hat, kann er mit seinem iPhone und seinem weiterbestehenden Bluewin-Mailkonto nur noch teilweise Mails verschicken, manchmal funktioniert es und manchmal nicht.
Wir melden sein iPhone an meinem WLAN an, und siehe da: Sein Bluewin-Mailkonto funktioniert perfekt!
Alle seine Versuche in seinen iPhone-Einstellungen einen Fehler zu finden oder gemäss den Empfehlungen des Swisscom-Supports das Mailkonto auf seinem iPhone zu löschen und wieder neu anzulegen, hatten nichts gebracht, aber jetzt funktioniert es wie ein Wunder wieder, nur weil wir sein Handy an meinem WLAN angemeldet haben?
Ich versuche ihm nun zu erklären, was der Swisscom-Support ihm eigentlich hätte erklären müssen, falls dies überhaupt einem Kunden erklärbar ist:
er kann nämlich mit seinem iPhone nur noch Mails verschicken, wenn:
- der Empfänger ebenfalls eine Bluewin-Mail-Adresse ist
- oder er ist bei einem Freund zu Besuch, der ein WLAN mit Swisscom-Internet hat, dann kann er Mails nicht nur an andere Bluewin-Adressen, sondern an alle Empfänger verschicken
- oder er meldet sein Handy an einem Swisscom-PWLAN an
- oder das Hotel-WLAN, das er gerade benützt, hat seinen Internet-Vertrag zufälligerweise bei Swisscom
In allen anderen Fällen werden seine Mails beim Versand abgelehnt.
So richtig verstanden hat mein Bekannter vermutlich auch meine Erklärung nicht, im Hintergrund meinte ich schwach zu hören: “Das ist ja wie bei Asterix, die spinnen die Römer…”
Jedem technisch versierten Swisscom-Kenner ist natürlich sofort klar:
Die “heimlich/unheimliche” IP-Restriction des “Service Package Light” hat wieder mal völlig überraschend zugeschlagen.
Um meinem Bekannten schnell zu helfen, hinterlege ich ihm in seiner Bluewin-Mailkonto-Definition auf seinem iPhone schnell zusätzlich den GMail-Mailausgangsserver.
Nun ist mein Bekannter wieder happy, den ab sofort kann er auch Bluewin-Mails wieder standortunabhängig versenden.
Da heute schlechtes Wetter war und ich diese Geschichte, so ähnlich wie geschildert schon öfters erlebt habe, nahm ich mir nun auch mal die Zeit nachzuschauen, was Swisscom im Service Package Light eigentlich zur IP Restriction sagt:
https://www.swisscom.ch/de/privatkunden/internet-fernsehen-festnetz/internet/e-mail/service-package-light.html
Für alle die keine Zeit haben, das Swisscom-Angebot und die zusätzliche Detailbeschreibung zu lesen, kurz zusammengefasst das Ergebnis:
Die Swisscom sagt gar nichts zu dieser Einschränkung, sogar das Gegenteil ist der Fall:
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| Einbindung in Mailprogramme auf Computer, Smartphone etc. |  | Über POP, IMAP & SMTP Verfahren |
Da weder die Kunden, der Support, noch das Swisscom-Marketing die IP Restriction verstanden haben, dies in der Praxis immer wieder zu Problemen führt, und der ursprüngliche Grund der Einführung (nämlich die Spam-Verhinderung) mit der Einführung der Identifikationspflicht des Kunden auch beim Service Package Light entfallen ist, wäre es meines Erachten jetzt angebracht, dass die Swisscom die “IP Restriction” jetzt einfach wieder ausschaltet.
Deshalb möchte ich @Anonym gerne bitten, diese Thema mal Swisscom-intern an den richtigen Stellen in die Diskussion zu bringen.
P.S.: Der minimale Handlungsbedarf besteht vermutlich darin, die Technik, den Support, das Marketing und den Rechtsdienst auf eine gemeinsame gegenüber dem Kunden kommunizierbare Lösung zu konsolidieren. Wie immer die dann aussehen wird…