Roger G Der Kunde wohnt abgelegen und freut sich an der Ruhe, dafür ist aber die Versorgung sicher zu stellen deutlich teurer als bei anderen Kunden. Zieht er in die Stadt (oder zu mir auf dem Land, ätsch), dann bekommt er 10G. Also schlag ihm vor den Wohnort zu wechseln !
Wenn das die neue Swisscom-Philosophie ist, dann gute Nacht. Ein Unternehmen, das zu 51 % dem Bund gehört, empfiehlt ernsthaft seinen eigenen Kundinnen und Kunden, sie sollen umziehen, wenn sie eine funktionierende Grundversorgung wollen. Das ist nicht nur zynisch, das ist eine Bankrotterklärung!
Nach dieser Logik könnte man gleich das ganze Konzept „Grundversorgung“ einstampfen. Oder die Post könnte morgen verkünden: „Zustellung nur noch in Städten – wer auf dem Land wohnt, darf seine Briefe halt selber abholen.“ Genau so absurd ist diese Argumentation.
Roger G Zur Grundversorgung, es gibt einen akzeptablen %-Wert von Teilnehmern, die auch die Grundversorgung nicht erfüllt haben können.
Diese Aussage spricht Bände. Offenbar ist es für Swisscom völlig in Ordnung, wenn ein Teil der Bevölkerung schlicht nicht versorgt wird – obwohl genau das der Kern ihres gesetzlichen Auftrags wäre.
Ich habe selbst bei einem kleineren regionalen Kabelnetzbetreiber gearbeitet. Ohne Bundesgelder, ohne Sonderstatus. Und trotzdem haben wir jedes, jemals durch uns erschlossene Gebiet unterhalten und auch auf die neusten Technologien modernisiert.
Swisscom hingegen scheint ernsthaft zu planen, bestehende VDSL-Anschlüsse einfach abzustellen, statt Glasfaser nachzuführen. Das ist nicht nur kundenfeindlich, sondern infrastrukturell verantwortungslos.
Während ländliche Gebiete auf der Strecke bleiben, investiert Swisscom lieber hunderte Millionen im Ausland (z. B. Vodafone Italia). Für die eigene Bevölkerung – also jene, die den Laden über Jahrzehnte finanziert hat – reicht es offenbar nicht mehr.
Das ist nicht nur ein Prioritätenproblem. Das ist ein politisches Versagen.
Das eigentliche Problem: Eine (politische) Fehlkonstruktion aus den 1990er Jahren:
Die heutige Situation ist das Resultat einer strukturellen Fehlentscheidung. Man hat die PTT aufgeteilt, aber den wichtigsten Schritt verpasst:
eine staatliche Infrastrukturgesellschaft mit klarem Versorgungsauftrag
Swisscom als Dienstanbieter, gleichberechtigt mit allen anderen
Stattdessen haben wir heute eine Swisscom, die gleichzeitig:
sein will. Ein Interessenkonflikt, der so offensichtlich ist, dass man ihn eigentlich nicht übersehen kann – ausser man will es.