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Mehr Bandbreite für die ganze Schweiz

Gelöst
Contributor
Nachricht 21 von 97

Die Kriterien, nach welchen Swisscom Entscheidungen im Bereich Netzbau und -erweiterung trifft, werden in diesem Interview wiedergegeben:

«Wann welche Gemeinde an der Reihe ist, hängt zum Beispiel von der aktuell verfügbaren Bandbreite in der Gemeinde, von den Bedürfnissen der Kunden, von unseren Ressourcen, von der Beschaffenheit des bestehenden Netzes, der Marktsituation oder der Zusammenarbeit mit der Gemeinde ab», erklärt Ralf Gugelmann, Leiter Netzplanung und Realisierung bei Swisscom.

 

Wahrscheinlich spielt auch noch die Einkommen- und Altersverteilung eine Rolle, wo ausgebaut wird. Aber hierrüber spricht niemand gerne. 

Contributor
Nachricht 22 von 97

Swisscom muss sich jetzt sogar in der Weltwoche rechtfertigen: https://drive.google.com/file/d/1uOrsc7GIPjK-kP63zC6OCfQaxfXzZn9a/view (Quelle: https://twitter.com/kuenzler/status/1017357649862684672). Swisscom profitiert bis heute von "versunkenen" Kosten aus PTT-Zeiten wie Kabeltrassen, Kabelschächten, Zentralen, Immobilien, Kabelrohre, alten Kupferleitungen usw. Auf dem Land beherrschen immer noch Freileitungen mit Jahrgang 60 oder älter das Bild. Gut gepflegt, aber Technik fürs Museum Ballenberg. Hier wurde in den letzten Jahren kein Rappen investiert. 

 

Auch mit 5G wird eine Antenne pro Dorf nicht reichen. Werden wirklich Frequenzen jenseits von 6 GHz (bis 60 GHz) genutzt, wird ein dichtes Netz aus kleinen Zellen benötigt, welche wiederum an Glasfaser angeschlossen werden müssen. Zudem sind bei derart hohen Frequenzen sowieso Aussenantennen an den Gebäuden erforderlich,  oder die Zelle steht in Form eines Hotspots sowieso direkt in der Wohnung des Endkunden. Luft ist und bleibt eines der schlechtesten und störungsanfälligsten Datenübertragungsmedien mit sehr begrenzter Kapazität, auch wenn die Swisscom Marketingabteilung daraus die "Wireless Glasfaser" zaubern wird.  Die Abdeckung mag mit wenigen Antennen und niedrigen Frequenzen in einzelnen Siedlungen noch funktionieren, bei grösseren Dörfern oder Städten ganz bestimmt nicht mehr. 

Super User
Nachricht 23 von 97

Die 6GHz sind für Ballungsräume und Innenstädte. Besonders für Pico und Nano-Zellen im Fussboden.

Für das "Land" sind die 700MHz bis 900MHz. Bestehende Frequenzen von 3G könnten auch für 5G benutzt werden. Allerdings mit ggf. verringerter Bandbreite.

Eine Nutzung von 5G schafft auf den 3 und 4G-Frequenzen "Platz".

cu Marcus
Die Swisscom Community ist ein Kunde-hilft-Kunde-Forum.
Contributor
Nachricht 24 von 97

5G ist zur Zeit leider ein riesen Buzzword, wo jeder verschiedenste (proprietäre) Technologien hineinpakt. Es gibt auch noch keine richtige Normierung. Aus meiner Sicht ist es einfach eine Weiterentwicklung von LTE und nur mit MIMO über mehrere Frequenzbänder resp. gleichzeitige Nutzung von sehr hohen Frequenzen (>6 GHz) werden sich überhaupt die versprochenen Bandbreiten von 10  Gigabit/s und Zelle überhaupt erreichen lassen. Allein durch eine effizientere Modulation oder Codierung wohl kaum. Um dies zu erzielen wäre aber ein Netzwerk aus Pico-Zellen erforderlich, welches sich von der Dichte und Reichweite mit WLAN-Hotspots vergleichen liessen. Auch um die Latenz im Bereich von wenigen ms zu garantieren muss die Funkstrecke möglichst klein und der Server möglichst bereits bei der Zelle positioniert (Edge Computing) oder gleich eine P2P-Kommunikation (z.B Auto zu Auto) ermöglicht werden. Es fürt also nichts an einem möglichst dichtem Glasfaserausbau vorbei. Die Funkstrecke muss so klein wie möglicht gehalten werden, andernfalls können die hochgesteckten Ziele von 5G gar nicht erreicht werden. 

 

Bei 5G geht es aus meiner Sicht vorallem darum, dass sich die Netzwerke virtuell slicen resp. für verschiedenste Anspruchsgruppen konfigurieren lassen. Damit lassen sich software defined networks für verschiedene Kundengruppen erstellen. Die Industrie möchte möglichst geringe Latenz und eine möglichst hohe Ausfallsicherheit, dem Privatnutzer reichen aber hohe Bandbreiten bei mittlerer Latenz und normaler Ausfallsicherheit. 

Super User
Nachricht 25 von 97

Die Aufteilung auf Gruppen geht schon bei LTE. (BORS)

5G soll einfach stabiler, schneller intelligenter und sicherer sein. wie man es von jeder neuen Technik erwartet.

Und das errreicht man hauptsächlich über bessere Kompression und mehr Bandbreite.

Mehr gibt es nur in den hohen Frequenzen, welche aber nicht für die Entfernung gemacht sind.

Denn die Dämfung durch Hinternisse wir Gebäude ist ausserst gross.

cu Marcus
Die Swisscom Community ist ein Kunde-hilft-Kunde-Forum.
Expert
Nachricht 26 von 97

Hallo @RaphaelG

Wie oft wird die Karte aktualisiert?

Community Manager
Nachricht 27 von 97

Hallo @foodbar

 

Zurzeit wird die Karte monatlich aktualisiert.

 

Gruss Samuel

Ich moderiere das Kunden–Helfen–Kunden Forum, ein digitaler Begegnungsraum zu Themen rund um Swisscom Produkte.
Super User
Nachricht 28 von 97

@SamuelD

@RaphaelG

 

Wenn in einer Gemeinde ein minimaler Speed von 80Mbit/s geplant ist, ist das rein Kabelbasiert (Kupfer/Glas Mix), oder ist da evtl. auch der Speedupgrade mittels 4G/LTE-Booster mit eingerechnet?

 

Danke für eine Abklärung

keep on rockin'
Swisscom
Nachricht 29 von 97

Die Karte berücksichtigt kein Bonding.

 

Die Karte ist auch eher als Indikation pro Gemeinde zu verstehen. Daraus kann man dann nicht ableiten, dass jeder Anschluss diese Speeds hat, usw. Es gibt einfach zu viele Ausnahmen, die nicht mal durch uns verursacht sind. Ein Beispiel ist zum Beispiel, dass im FTTH - Gebiet ein Hauseigentümer keine Zustimmung zur Erschliessung des Hauses gibt. Dann gibt es da evtl. nur Kupfer oder gar nichts.

Head of Access & Communication Services @ Product & Marketing Department, Swisscom (Schweiz) AG
Super User
Nachricht 30 von 97

@millernet  schrieb:

Einerseits finde ich es löblich, dass ein halbstaatlicher Konzern private Mittel im Milliarden Bereich zum Breitbandausbau in der Schweiz aufwendet, andererseits kommt dieser Ausbau etwas spät wie die Alte Fasnacht und lässt eine bereits obsolete Technologie wie Kupfer unter dem Deckmantel "Glasfasertechnologie" neu aufleben. Eigentlich sollte man Swisscom die Verwendung des Begriffes "Glasfaser" verbieten. Gemäss dieser Definition war ja bereits ISDN "Glasfaser", denn irgendwo im Netz verwendete Swisscom bereits damals Glasfaser als Übertragungsmedium. Offenbar muss Swisscom zwangsläufig mit dem Wettbewerb mithalten und baut jetzt im Panikmodus und mit sehr viel Manpower die Netze aus, da man die letzten Jahre einfach geschlafen hat. Die Kabelnetze (HFC) sind bald im Gigabit-Bereich unterwegs (DOCSIS 3.1) und bieten heute bereits in vielen Gemeiden 500 Mbit/s Downstream mit 50 Mbit/s Upstream. Diese Geschwindigkeiten werden zudem überall im Netzwerk erreicht, unabhängig von der Distanz zum Node. Bei Swisscom erreicht man nur im besten Fall, meist FTTB-Ausbau, überhaupt 500 Mbit/s.  Die Bandbreite nimmt mit dem Abstand zum uCAN (Node) und der Leitungsqualität meist rapide ab. Dafür ist die Bandbereite nicht "geshared" wie bei HFC-Netzen üblich, kann jedoch durch allerlei Störeinflüsse wie Leitungsqualität, Gewitter, Bridge-Taps, Lötstellen, alte Kupferleitungen usw. stark beeinflusst werden. Swisscom baut damit einen inhomogenen Flickenteppich mit Bandbreiten-Lotterie, statt auf nachhaltige Technologien wie FTTH zu setzen. Sogar in Neubaugebieten wird heute in vielen Fällen immer noch Kupfer verbaut, da Swisscom FTTH nur mit viel Eigenbeteiligung des Bauhers macht. 

 

Teilweise ist es ziemlich fragwürdig, welche Gemeinden Swisscom bereits als "ausgebaut" erachtet. Als Beispiel nenne ich Grossdietwil in Luzern: Wenn man mal mit dem Checker einige Häuser durchklickt, welche sich im Dorfzentrum oder etwas am Rande (immer 200 Meter Luftlinie zum Dorfkern, keine Bauernhöfe...) befinden, erreichen nur sehr wenige überhaupt 100 Mbit/s. Viele dürfen sich mit 80 Mbit/s oder weniger abgeben, mit Glück gibt's mit dem Internet-Booster 100 Mbit/s. Dies nennt Swisscom "ausgebaut"? Der Incumbent baut einfach eine Mehrklassengesellschaft: 

  • Open Access-FTTH-Netze in grösseren Städten, welche in Koorperation errichtet wurden (1. Klasse)
  • FTTH in ausgewählten Wohnanlagen und nur gegen Bezahlung mit eingeschränkter Anbieterwahl (2. Klasse)
  • Klingeldraht Boost Ultra Hyper Gaga (FTTS mit G.fast) für noch mehr Segmentierung, Störungsanfälligkeit und Bandbreitenlotterie (3. Klasse)
  • FTTS mit VDSL, weil man noch keine muCAN's mit G.fast in der Planungsphase verfügbar hatte und diese in den kommenden Jahren auch nicht austauschen wird...  (4. Klasse)
  • FTTC mit VDSL  (alias "FTTD - Fiber to the Dorf") wo es Swisscom mit einem weissen MFG pro Dorf und eher langen Leitungslängen für getan hält. Zu viele Manholes für zu wenige zahlende Kunden sind teuer. Vor allem wenn im ländlichen Bereich noch Kabelnetze die Suppe versalzen. (5. Klasse)
  • FTTC mit ADSL2+ über Freileitung und Internet-Booster-Casino (nur mit viel Glück....) für die armen Schlucker auf dem Lande. Das Internet ist dann auch gut und gerne je nach Wetterlage (Gewitter) gerne gestört. (6. Klasse)
  • Berggebiete oder abgelegene Siedlungen mit Mobilfunk- oder Sattelit. Vielleicht bald mit 5 G? (https://www.swisscom.ch/de/about/medien/aktuell/5g-test-guttannen.html) (7. Klasse) ==> 5G ist für solche Applikationen eine gute Sache. Damit lassen sich abgelegene Siedlungen mit wenigen Teilnehmern recht ordentlich versorgen. Gespannt bin ich jedoch auf die Störungsanfälligkeit (Gewitter, Regen, Schnee). 

Bald wird es mit FTTH GPON noch eine weitere "Kaste" an Schweizer Bürgern geben. Diese dürfen sich dann die fürstlich bezahlte Bandbreite pro Splitter auch noch teilen.  

 

Vergleichen wir doch mal zu unserem nördlichen Nachbarn Schweden (9.903 Mio. Einwohner, 23 Einwohner / km^2) mit der Schweiz (8.372 Mio Einwohner, 204 Einwohner / km^2): In Schweden sind die Visionen um einiges grösser und nachhaltiger als in der kleinen und dicht besiedelten Schweiz. government.se/496173/content

Fairerweise muss aber gesagt werden, dass Schweden hier bei sehr abgelegenen Siedlungen auch auf Funk (5G, Fixed Wireless/Richtfunk oder Sattelit) setzen will.  Aber ich kann aus eigener Erfahrung berichten, dass auch sehr abgelegene Siedlungen mit anständigen Internetanbindungen ausgerüstet sind, meist basierend auf Glasfaser oder HFC (Com Hem). 

Nach dem interessanten Swisscom-Internet-Klassifizierungssystem gemäss @millernet bin ich aktuell gerade in der 3. Klasse der Swisscom-Kunden angekommen und möchte nachfolgend mal noch kurz meine ersten Praxis-Erfahrungen mit FTTS g.fast schildern.

 

Hier zuerst mal das Resultat der kürzlich erfolgten FTTS g.fast-Aufschaltung:

 

7A26683F-11C2-4B49-8005-D81BFB599073.jpeg

 

Nach gut 2 Tagen keinerlei CRC-Fehler, gute Syncwerte, die versprochenen 500/120 mBit/sec des Checkers stehen wirklich voll zur Verfügung.

Glaube die mCAN-Monteure und die Glasfaser-Spleisser des FTTS-Ausbaus haben wirklich gut gearbeitet. Vielen Dank also an die Handwerker.

 

Und nun noch meine ersten Praxiseindrücke:

  • Natürlich freue ich mich jetzt über die bessere Festnetzerschliessung an meinem Wohnort, aber der Ehrlichkeit halber muss ich auch sagen, die 100/20, welche ich bereits mit Bonding hatte (50/15 Kupfer, 50/5 LTE) haben meine Anforderungen eigentlich auch bereits gut erfüllt. (Um den Wechsel wirklich beurteilen zu können, habe ich übrigens mein Vivo M auf Internet L upgegradet. Bei meinem Anschluss hat also der Ausbau auch direkt zu Mehreinnahmen für die Swisscom geführt, was ja nicht bei allen Kunden der Fall sein muss)
  • die Verfünffachung im Download von 100 auf 500 mBit ist beim normalen Surfen eigentlich nicht mehr von Bedeutung
  • die Versechsfachung im Upload von 20 auf 120 lädt Fötelis und meine verschlüsselten Backups wesentlich schneller auf Cloud-Server hoch, bringt also wirklich noch was
  • FTTS löst als Nebeneffekt vermutlich mein Kupferproblem mit gelegentlichen CRC‘s (bewirkte bei mir immer einen Senderwechsel im Internet-Radio). FTTS steigert also ev. auch die grundsätzliche Stabilität der Verbindung (so Gott will und der mCAN hoffentlich weiterhin perfekt läuft)
  • FTTS hat mich von den Restriktionen des LTE-Bonding-Proxys entbunden. Konnte nach 2 Jahren und vielen eigenen Tests zwar ganz gut damit umgehen, aber für „Booster-Beginner“ ist das sicher nicht immer ganz so einfach und leider immer noch nicht transparent dokumentiert

 

Als Fazit der ersten 4 Tage von FTTS g.fast habe ich also einen sehr guten Eindruck und fühle mich damit definitiv in der 3. Klasse der Internet-Kunden willkommen geheissen (1. Klasse und 2. Klasse wären für mich dann halt immer noch direktes FTTH).

 

Falls bei FTTS bei den Accessprofilen in Zukunft  vielleicht mal anstatt 500/120 auch 300/300 zur Verfügung stehen würde, würde ich dann allerdings sofort auf das symetrische Profil wechseln, denn der Grenznutzen der zusätzlichen Geschwindigkeit ist beim Upload einfach noch wesentlich höher.

 

Und wenn auf Grund der geringeren Maximalleistung FTTS ein wenig weniger kosten würde als FTTH, würde ich das den Kunden gegenüber eigentlich auch noch für fairer empfinden und rückblickend gesehen waren die 100/20 bei der Swisscom (nur 10 CHF/Monat billiger als Internet L mit bis 1Git/symmetrisch) sowieso einfach zu teuer. 

Selbstdeklaration: Emanzipierter Kunde und Hobby-Nerd ohne wirtschaftliche Abhängigkeiten zur Swisscom
Super User
Nachricht 31 von 97

Hier noch die Leitungswerte der g.fast-Aufschaltung:42FFB131-F562-4A5E-8D6D-3EF65B7D7284.jpeg

 

 

 

Selbstdeklaration: Emanzipierter Kunde und Hobby-Nerd ohne wirtschaftliche Abhängigkeiten zur Swisscom
Swisscom
Nachricht 32 von 97

Sieht doch gut aus. Die FEC sind irrelevant. 

Das Verhältnis von Down/Up können wir leider nur insgesamt einstellen. Es ist nicht möglich, das Verhältnis pro Anschluss zu ändern.

 

Head of Access & Communication Services @ Product & Marketing Department, Swisscom (Schweiz) AG
Super User
Nachricht 33 von 97

@GuidoT

 

Vielleicht zukünftig noch einmal über das Modulationsverfahren von g.fast nachdenken.

 

Beiliegend dazu ein kurzer Wikipedia-Auszug zur g.fast-Definition:

 

Modulation und DuplexverfahrenBearbeiten

Als Modulationsart wird OFDM verwendet. Sende- und Empfangskanal (Up-/Downstream) werden mit dem TDD-Verfahren getrennt. Das bedeutet, dass in kurzen Abständen abwechslungsweise immer nur in eine Richtung gesendet wird. Im Gegensatz zu VDSL oder ADSL, welche mit FDDarbeiten und somit der Sende- und der Empfangskanal je ein eigenes Frequenzband zugeordnet haben, wird es möglich das Verhältnis der Up-/Downstream-Datenraten individuell anzupassen.

Selbstdeklaration: Emanzipierter Kunde und Hobby-Nerd ohne wirtschaftliche Abhängigkeiten zur Swisscom
Super User
Nachricht 34 von 97

Schön. Was heisst genau "individuell anpassen"? Wer ist das Individuum? Swisscom? Die Endstelle (also der Router)? Oder sonst wer?

 

Thomas

Super User
Nachricht 35 von 97

@kaetho  schrieb:

Schön. Was heisst genau "individuell anpassen"? Wer ist das Individuum? Swisscom? Die Endstelle (also der Router)? Oder sonst wer?

 

Thomas


Sehr gute Frage!

Bin ebenfalls gespannt, ob das noch herauszufinden ist. 

Selbstdeklaration: Emanzipierter Kunde und Hobby-Nerd ohne wirtschaftliche Abhängigkeiten zur Swisscom
Contributor
Nachricht 36 von 97

@Shorty  Bei deinen Werten sieht dies mehr nach einem FTTB (Fiber bis ins Gebäude) aus. Der muCAN dürfte in deinem Keller sein. Normalerweise sind je nach Klingeldrahtläge zwischen muCAN und Modem folgende aggregierte Bandbreiten (Downstream + Upstream addiert!) erreicht. Aus diesem Grund spreche ich von Bandbreitenlotterie.:

Geschwindigkeiten_G.Fast_VDSL2_Swisscom.PNG

 

Ich hab die Kasten an Schweizer Internetnutzern nochmals erweitert und ergänzt:

  1. Open Access-FTTH-Netze in grösseren Städten, welche in Koorperation errichtet wurden.
  2. FTTH in ausgewählten Wohnanlagen und nur gegen Bezahlung mit eingeschränkter Anbieterwahl.
  3. FTTH mit GPON. Grundsätzlich ist gegen GPON nichts einzuwenden, nur wird dadurch der Zugang von alternativen Anbietern wie Init7 massiv erschwert. Es wird faktisch ein Duopol mit einem Koorporationspartner erschaffen. Dies scheint jedoch teil der Strategie zu sein. Zudem muss meist proprietäres Equipment von Nokia, Huawei, Calix und Co. verwendet werden. Auch wird die Bandbreite pro Splitter geteilt und die Daten deines Modems landen auch bei jenen deiner Nachbarn, ist jedoch auch im Kabelnetz so, da shared medium. 
  4. Kabelnetz / HFC-Netz (Hybrid Fiber Coax) mit FTTB (Fiber bis zum letzten Verstärker): Wird in verschiedenen Neubauten so gemacht. Die Nodegrösse wird damit wesentlich verkleinert, was die Bandbreite pro Nutzer zu Peakzeiten erhöht.
  5. Kabelnetz/ HFC-Netz (Hybrid Fiber Coax): shared Medium, daher sämtliche Teilnehmer einer Zelle teilen sich die Bandbreite, was bei EuroDOCSIS 3.0 je pro Kanal ca. 50 Mbit/s (Downstream) und 30 Mbit/s (Upstream) erreicht werden. Üblich sind Kanal-Konfigurationen (Downstream/Upstream) von 16/8 oder 32/8, manchmal auch 16/4. Daher teilt sich die Zelle 800/240 Mbit/s oder 1600 / 240 Mbit/s. Teilweise beträgt der Upstream auch nur 120 Mbit/s. Da die Kabelnetzanbieter aber immer wieder satt in ihre Netze investiert haben, sind die Zellgrössen vergleichsweise klein. Auch wurden Glasfasern bis zum Node und Nodesplitting auch schon zu Zeiten der Telekomliberalisierung gemacht, was aber mehr den Hintergrund hatte, dass HFC-Netze hoch aktive Netze mit vielen Verstärker sind. Um die Anzahl der aktiven Verstärker und damit den Stromverbrauch, Unterhaltkosten etc. zu reduzieren, wurde schon sehr früh Glasfaser eingesetzt.  ==> Grundsätzlich erreicht jedoch jeder Teilnehmer in der Zelle die Maximalbandbreite, unabhängig von der Kabellänge zwischen Node und Modem. Mit DOCSIS 3.1 werden diese Netze bald Gigabit-Tauglich sein. Daher in einer höheren Kaste als FTTB und FTTS von Swisscom. 
  6. FTTB mit G.fast, garantierte 500/100 Mbit/s und Synchronisationsgeschwindigkeiten jenseit von 600/120 Mbit/s. Trotzdem sollte alte Kupfer-Hausverkabelung komplett auf den aktuellsten Stand gebracht werden.
  7. FTTS mit G.fast für noch mehr Segmentierung, Störungsanfälligkeit und Bandbreitenlotterie. 500/100 wird nur bei den wenigen glücklichen Kunden direkt beim Manhole/ muCAN erreicht. 
  8. FTTS oder FTTB mit VDSL, weil man noch keine muCAN's mit G.fast in der Planungsphase verfügbar hatte und diese in den kommenden Jahren auch nicht austauschen wird...  FTTB bringt mit VDSL keinen Mehrwert. 
  9. FTTC mit VDSL  (alias "FTTD - Fiber to the Dorf") wo es Swisscom mit einem weissen MFG pro Dorf und eher langen Leitungslängen für getan hält. Zu viele Manholes für zu wenige zahlende Kunden sind teuer. Vor allem wenn im ländlichen Bereich noch Kabelnetze die Suppe versalzen. 
  10. FTTC mit ADSL2+ über Freileitung und Internet-Booster-Casino (nur mit viel Glück....) für die armen Schlucker auf dem Lande. Das Internet ist dann auch gut und gerne je nach Wetterlage (Gewitter) gerne gestört. 
  11. Berggebiete oder abgelegene Siedlungen mit Mobilfunk- oder Sattelit. Vielleicht bald mit 5 G? (https://www.swisscom.ch/de/about/medien/aktuell/5g-test-guttannen.html)  ==> 5G ist für solche Applikationen eine gute Sache. Damit lassen sich abgelegene Siedlungen mit wenigen Teilnehmern recht ordentlich versorgen. Gespannt bin ich jedoch auf die Störungsanfälligkeit (Gewitter, Regen, Schnee). 
Contributor
Nachricht 37 von 97

Was ich mich Frage und auch schon immer als grösstes Problem beim Breitbandausbau angesehen habe. Warum gibt der Bund keine Richtlinien an die Gemeinden heraus, nach denen bei jeder Strassenbelags- oder Leitungssanierung, auch Lehrrohre für eine allfällige Verlegung von Kommunikationsleitungen gelegt werden müssen.

 

Meiner Meinung nach sehr tiefe Kosten aber gigantischer Gewinn, weil die Strasse dann nicht mehr separat aufgerissen werden muss was 1. die Kosten enorm reduziert und 2. auch die Lebensdauer des Strassenbelags, der unter dem ständigen geflicke doch arg leidet ebenfalls erhöhen würde. Ausserdem wäre der Verkehr nicht mehr so lange beeinträchtigt.

 

Das Problem ist einfach nur, dass Bund und Gemeinden immer noch viel zu zögerlich sind die paar Franken dafür aus dem eigenen Sack zu bezahlen und da müsste sich was ändern. Könnten ja das Geld dann bei Gebrauch der Leerrohre von den Anbietern zurückverlangen.

 

Allerdings weiss ich nicht wie lange man noch auf so etwas warten muss oder ob es überhaupt kommt. Bei Wegerschliessungen ist es ja seit jeher das selbe. Die Rohre Werden zwar gelegt aber der Anschluss zur Parzelle nicht aus der Strasse hinausgeführt weil das eigentlich beim Bau der Hauseigentümer bezahlen müsste und das Resultat ist dann, dass bei jedem Neubau die Strasse wieder aufgerissen wird und der Belag, dann genau da Risse bekommt.

 

Die Bürokratie und Zuständigkeit in der Schweiz...

 

Expert
Nachricht 38 von 97

@domin95  schrieb:

Was ich mich Frage und auch schon immer als grösstes Problem beim Breitbandausbau angesehen habe. Warum gibt der Bund keine Richtlinien an die Gemeinden heraus, nach denen bei jeder Strassenbelags- oder Leitungssanierung, auch Lehrrohre für eine allfällige Verlegung von Kommunikationsleitungen gelegt werden müssen.


Als Netzbauer würde ich mich selber bei den Gemeinden informieren, wo und wann grössere Arbeiten geplant sind. Da würde man ja mindestens 50% der Tiefbaukosten sparen, was schnell mal ein paar Millionen sind. Das lohnt sich alleine schon aus finanzieller sicht.

 

In Schland wirft die Telekom ihre eigenen Kabel mit in die Grube wenn irgendwo gebaut wird. Kostenlos.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/breitbandausbau-bundesregierung-plant-gesetz-gegen-glas...

"Dort heißt es unter Paragraf 77i, dass ein Telekommunikationsunternehmen bei öffentlich teilfinanzierten Bauarbeiten stets das Recht hat, ein Glasfaserkabel mitzuverlegen."

 

Andere Länder, andere Sitten. In Deutschland scheint es ja neuerdings mit dem FTTH-Ausbau gar nicht schnell genug gehen zu können.

Expert
Nachricht 39 von 97

Auch in der Schweiz wird die Swisscom (und alle anderen Werke) bei Strassenarbeiten angefragt ob...

Contributor
Nachricht 40 von 97

Nun ja das Problem ist ja dass es dann da heisst, sie hätten das Recht... Das bedeutet so viel wie: Wenn es für euch nicht lukrativ genug ist die Region oder das Dorf für einen Ausbau zu prüffen, oder schlichtweg die Ressourcen für eine Planung und rechtzeitige Zusammenarbeit nicht da sind, könnt ihrs auch sein lassen und 2 Jahre später merkt man dann, dass es ein Fehler war und muss die Strasse erneut aufreissen. Ein Obligatorium dafür zumindest Leerrohre zu verlegen, halte ich da für sinnvoller...