Lori-77 Und Swisscom baut langsam aber sicher das Kupfernetz zurück.
Aber zu erst wird geschaut das auch alle Glasfaser bekommen.
Schön wär’s!
Teilweise wird schon diskutiert, dass man gewisse Liegenschaften welche nicht gerade im Zentrum stehen, dereinst einfach vom Netz trennen wird! Statt einer kabelgebundenen Leitung wird auf eine mobile Lösung verwiesen (z.B. 5G-FWA oder Satellit).
Man kann als Betroffener nur auf eine regionale Glasfaser- Initiative hoffen, ansonsten droht an gewissen Standorten tatsächlich die Trennung vom physischen Netz. Die Nachteile:
- Höhere Latenzen als bei einer kabelgebundenen Verbindung
- Grössere Schwankungen (z.B. je nach Wetterlage oder bei hoher Zellenauslastung)
- Keine public IP- Adresse mehr, da bei mobiler Lösung (und in der Regel auch bei Satelliten- Lösungen) hinter CG-NAT
- Verzerrung des freien Wettbewerbs: Bei 5G-FWA meist nur Swisscom als Anbieter verfügbar, bei Satelliten- Lösungen ebenfalls beschränkte Auswahl (entweder ein Produkt, welches die Swisscom vertriebt oder die Lösung Starlink des US- Unternehmers Elon Musk)
Wer auf eine zuverlässige Verbindung angewiesen ist, z.B. für Homeoffice, häufige Video- Calls usw. muss sich wohl ernsthaft überlegen, umzuziehen.
Es ist eigentlich kaum zu glauben, aber die einst erfolgreiche und als fortschrittlich angesehene Schweiz droht in diesem Bereich langsam aber sicher ins Hintertreffen zu geraten. Andere Länder geben da mehr Gas und dies oftmals flächendeckender als Swisscom in der Schweiz! Beispiel Frankreich: Hier werden auch ländlich gelegene Liegenschaften ans Glasfasernetz angeschlossen (kenne z.B. eine abgelegene Buvette im französischen Jura, welche heute durch Orange mit Glasfaser erschlossen ist). Ich bin ja mal gespannt, was dann passieren wird, wenn Swisscom im 2035 das Kupfernetz abschaltet. Wenn hier in der Gegend die meisten Liegenschaften aus wirtschaftlichen Gründen nicht ans Glasfasernetz angeschlossen werden, werden die Zellen der Mobilfunkantenne wohl ziemlich ausgelastet sein, da bringt auch das Priorisieren der FWA- Kunden nichts mehr. Satellit? Grundsätzliche eine Idee, aber höhere Latenzen und auch wetterabhängig.
Ich hoffe, dass in dieser Sache das letzte Wort noch nicht gesprochen ist und der Bund als Mehrheitsaktionär der Swisscom hier korrigierend eingreiffen wird.
Aus meiner Sicht müsste man politisch sogar einen Schritt weitergehen und Infrastruktur und Provider komplett trennen: Eine Firma im mehrheitlichen Besitz des Bundes baut das flächendeckende Glasfasernetz, die Provider erhalten diskriminierungsfreien Zugang und können ihre Produkte über dieses Netz anbieten.