Solange genügend Kunden bereit sind, die hohen Preise zu bezahlen, wird Swisscom kaum eine Preissenkung vornehmen. Viele langjährige Swisscom‑Kunden bleiben aus Gewohnheit oder Vertrauen beim Anbieter, was die Preisdynamik zusätzlich stabilisiert.
Was die Leistung betrifft: Der durchschnittliche Nutzer wird im Alltag kaum grosse Unterschiede feststellen. Auch Swisscom ist nicht fehlerfrei. Häufig liegt die Ursache von Störungen jedoch in der alten Kupfer‑Infrastruktur – unabhängig davon, ob man ein teures Swisscom‑Abo oder ein günstigeres Angebot eines anderen Providers nutzt. Swisscom punktet dafür klar beim Kundenservice.
Stephan_76 Müssen Yallo, Sunrise, Wingo, Salt, Sky und Co. ein Glasfasernetz unterhalten oder setzen die sich einfach ins gemachte Nest?
Swisscom hat ganz andere Kosten. Da Swisscom auch einiges in den Bau und Unterhalt investiert. Die anderen wollen sich nur günstig einmieten. Am liebsten noch Gratis.
Ich denke nicht dass die Abopreise purzeln werden. Es wird ja alles teurer. Strom kostet mehr, die Angestellten wollen mehr Lohn. Swisscom muss wiederum mehr für seine Räumlichkeiten zahlen.
Kann man so sehen. Jedoch stellt ja Swisscom ihren Mitbewerbern die Infrastruktur nicht kostenlos zur Verfügung und wird sicher auch schauen, dass sie am Ende kostentechnisch rauskommen. Rechnet man die Gesamtkosten und die Marge gehe ich davon aus, dass ein Anbieter mit eigener Netzinfrastruktur eher die tieferen Selbstkosten, bzw. vom Produktpreis mehr hängen bleiben wird.
Stephan_76 Fakt ist jedoch:
Swisscom hat Milliarden in den Netzausbau investiert (Grabarbeiten, Leerrohre, Glasfaser, Technikstandorte, Wartung)
Andere ISPs zahlen eine Zugangsgebühr und sparen sich die enormen Investitionskosten
Swisscom muss diese Investitionen über die Abo-Preise refinanzieren
Würden yallo, Salt & Co. ein eigenes Netz bauen müssen, wären ihre Preise keineswegs bei CHF 30–40/Monat.
Aus meiner Sicht war ein politischer Fehlentscheid, als man Ende der 1990er Jahre den Telekommunikationsmarkt dereguliert hat, die PTT nur in die Schweizerische Post und in die Swisscom aufzuteilen.
Nach der Aufteilung der PTT in Post und Swisscom wäre es sinnvoller gewesen, die Swisscom nochmals zu trennen:
- Eine reine Infrastrukturgesellschaft, mit Mehrheitseigentümer des Bundes und klarem Versorgungsauftrag
- Swisscom als Dienstleister / Anbieter, unabhängig von der Netzinfrastruktur (und hier lasse ich offen, ob die heutige Mehrheitsbeteiligung des Bundes mit 51% überhaupt noch nötig wäre)
Der Vorteil: Alle Anbieter hätten zu identischen Konditionen Zugang zum Netz, und der Ausbau, sowie Unterhalt würde über diese Gebühren finanziert.
Die heutige Situation hat aus Kundensicht klare Nachteile. Swisscom ist gleichzeitig Netzbetreiber für ihre Mitbewerber und selbst Anbieter am Markt. Das schafft keinen echten Mehrwert für Konsumenten und verzerrt eher den Wettbewerb. Zwar wirken günstigere Angebote anderer Provider wie ein funktionierender Markt, doch am Ende müssen bei allen die gleichen Infrastrukturkosten gedeckt werden – entweder direkt über Swisscom‑Abos oder indirekt über die Zugangsentgelte der Wiederverkäufer.
Ich gehe davon aus, dass die End-2-End-Marge am Ende bei den Swisscom eigenen Produkten höher ausfallen wird, als bei den anderen, nur ist eben die Kostenaufteilung zwischen internen und externen Kosten eine andere.