Werner Wenn dem tatsächlich so wäre, müssten dann nicht gleich sämtliche Stromverbraucher innerhalb des Haushaltes speziell „hoch-linear“ über Strom versorgt werden?
Ich geniesse meine Musik in bestem HiFi. Darunter verstehe ich, dass die Instrumente wie Klavier, Querflöte, Trompete, Orgel usw. usw. so klingen müssen, wie sie auch ohne Elektronik klingen. So verwandelt eine gute Aufnahme einer Kirchenorgel mein Wohnzimmer in eine Kirche, d.h. der Klang entspricht dem, wie ich es in der Kirche höre.
Meine HiFi-Anlage hat keine spezielle Netzteile, sondern ich nutze die von den Lieferanten mitgelieferten Netzteile. Auch habe ich längst keine 50000 CHF in meine Anlage investiert, sondern wesentlich weniger (max. 2000 CHF). Nur bei den digitalen Verbindungskabeln (Opto/COAX) und den Lautsprecherkabeln habe ich nicht gespart. Der DAC ist mit XLR-Kabeln mit dem Verstärker verbunden. Irgendwelche Regler für Bässe und Höhen gibt es nicht, was den Klang verschlechtern würde.
Beim Opto-Kabel zwischen Media-Player (Internetradio, TITAL usw.) habe ich zuerst ein vorhandenes, billiges und dünnes Opto-Kabel verwendet und nach Erhalt durch ein qualitativ hochstehendes Opto Kabel ersetzt. Die Tonqualität war massiv besser und entspricht nun der Qualität mit dem COAX-Kabel vom CD-Player zum DAC.
Ein anderes Netzteil am Router würde keinerlei (hörbare) Verbesserung ergeben. Wenn das so wäre, müssten auch die Hochspannungs-Freileitungen, Hausinstallation bis zum Stromgenerator im Kraftwerk alles ausgewechselt werden.
Leider gibt es bei den Aufnahmen der Musik riesige Unterschiede. ca. 80% der Aufnahmen (im klassischen Bereich und Jazz) sind einfach Grottenschlecht. So habe ich meine ganze CD Sammlung im letzten Jahr durchgehört und CDs, die meinen Ansprüchen nicht genügten, sauber entsorgt. Bei solchen Aufnahmen verbessern auch teuerste HiFi-Komponenten nichts. Für meinen Ego brauche ich weder ein Auto noch eine protzige HiFi-Anlage sondern nur gute, möglichst günstige Komponenten, die meine tatsächlich anspruchsvollen Ansprüchen genügen und das gibt es auch unter 2000 CHF. Der Vergleich zwischen Original (Orchester, Chor, Instrumente) und meiner Anlage muss möglichst 1:1 übereinstimmen, und das habe ich mit zwei guten Lautsprechern, CD-Player, Media-Player, DAC und Verstärker (ohne Klangbeeinflussung) erreicht, vorausgesetzt die Aufnahmen sind gut. So klingen die deutschen Radiosender BR Klassik, HR.Klassik und MDR-Klassik wesentlich besser als Radio SRF2. SRF2 “limitert” die Aufnahmen so, dass die Dynamik darunter stark leidet und ein Einheitsbrei entsteht, der mit demselben Konzert live in der Tonhalle nicht zu vergleichen ist (Beispiel am letzten Sonntag die Aufzeichnung des von mir besuchten Konzertes in der Tonhalle auf SRF2). Auch ist die Bitrate nur halb so hoch wie bei den deutschen Sendern.
Fazit: In erster Linie entscheiden die Aufnahmen über den Klang und nicht allfällige Edelkomponenten vom Kraftwerk bis ins Wohnzimmer. Als alles noch Analog war, spielten die Komponenten noch eine wichtigere Rolle. Heute, wo fast alles digital läuft, genügen auch günstige, sauber konstruierte Geräte. Nur bei den für den Ton zuständigen, meist “analogen” Kabeln kann man, wie mein Beispiel zeigt, noch einiges herausholen.