In der Schweiz wird zwar durch die Swisscom und andere Betriebe (z.B. Energieversorger) Glasfaser ausgebaut bis in die Häuser, aber irgendwie habe ich den Eindruck dass der Ausbau nur schleppend vorwärts geht, vor allem auf dem Land.
Ein Blick über die Grenze hat mir die Augen geöffnet: In Frankreich hat scheinbar fast jeder Haushalt Fibre to the Home, auch in ländlichen Gebieten!
Es gibt z.B. ein Gebäude, welches auf der Grenze steht: Das Hotel l' Arbézie im Jura: https://arbezie.com/fr/ das Gebäude hat tatsächlich 2 Adressen, da es direkt auf der Landesgrenze steht. Ich habe mal spasseshalber die beiden Adressen über die jeweiligen Checker der Swisscom und der Orange (France Télécom) getestet, Resultat:
Französische Adresse:
Orange FIBRE XGS-PON
Download: Bis 8 GBit/s
Upload: Bis 8 GBit/s
Schweizer Adresse:
Kupfer- Anschluss (DSL)
Download: Bis 90 MBit/s
Upload: Bis 32 MBit/s
(Mit 5G- Booster wären bis zu 390 MBit/s Download und bis zu 82 MBit/s Upload möglich)
Klar, dass ist jetzt eine zufällig herausgesuchte Adresse, aber halt speziell, weil das Gebäude auf der Grenze steht und somit 2 Anschlüsse (je 1 Anschluss des jeweiligen Landes) hat.
Ich kann aber auch irgend eine andere, beliebige Adresse eingeben in Grenznähe zur Schweiz z.B. ein abgelegenes Bergrestaurant im Jura, auch dort Fibre XGS-PON mit 8 GBit/s Down- und Upload.
In der Schweiz muss man entweder in einem Neubau wohnen, der nach ca. 2019 gebaut wurde, oder man wohnt in einer grösseren Stadt wo das Netzt bereits auf FFTH umgestellt wurde. Aber meistens reicht selbst eine Agglomerationsgemeinde nicht, im von FFTH profitieren zu können, ausser eben man erstellt einen Neubau.
In Frankreich sind gemäss verschiedenen Quellen per Mitte 2025 bereits rund 93% der Haushalte mit FFTH erschlossen, während die Abdeckung bei Swisscom in der Schweiz bei ca. 57% liegen wird. Das Ziel der Swisscom ist, bis 75 bis 80% Abdeckung bis Ende 2030.
Wenn ich mir den Vergleich der beiden Länder so anschaue, komme ich schon ins Staunen, leider aber nicht im positiven Sinne!
Bald haben wir 2026, die Swisscom will also in 4 Jahren mit FFTH rund 20% zulegen auf max. 80% dank der hohen Baukosten und der dauernden Einsprachen werden wohl bis dann nicht einmal die gesteckten 75% erreicht werden, während Frankreich schon nahezu 100% hat.
Irgendwie haben die Franzosen es besser und vor allem schneller gemacht. Auch dort ist der Markt reguliert wie in der Schweiz, aber dennoch hat man es geschafft.
Ja, wir hatten halt in der Schweiz lange Stillstand, kenne jemanden der einen Swisscom FFTH- Anschluss im Haus hat, aber den aufgrund einer Verfügung der Wettbewerbskommission (WEKO) nicht nutzen darf. Auch diese Person kann heute nur auf das Kupfer- Angebot (500 MBit/s / 130 MBit/s) zurückgreifen, selbst wenn physisch dort der Anschluss bereits erstellt wurde. Man kann sich bei einem gewissen Herrn K. aus W. dafür bedanken.
Klar, andere Länder sind wohl ähnlich langsam wie wir, z.B. Österreich oder auch Deutschland. Aber von der Schweiz hätte man doch mehr erwarten dürfen? Was man aber sagen muss, vor der Einführung von FFTH war in der Schweiz die Geschwindigkeit über Kupfer oft besser, als in anderen Ländern weil die Swisscom schon früh Glasfaser bis in die Quartiere gebaut hat. Doch nun haben uns verschiedene Länder überholt, vor allem Frankreich hat scheinbar mächtig Gas gegeben. Das einzige, wo wir und in der Schweiz vielleicht noch etwas abheben können, ist das Mobilnetz der Swisscom, welches im europäischen Vergleich in Sachen Verfügbarkeit (Abdeckung) und auch in Sachen Geschwindigkeit einen Spitzenplatz einnimmt. Aber mit dem Drahtgebundenen Netz können wir mit gewissen Staaten nicht mehr mithalten und sind massiv im Hintertreffen.